Wir über uns

 

Das Begegnungszentrum Höchst für Menschen ab 50 befindet sich zwischen der Höchster Einkaufsstraße Kö' (Königssteiner Straße) und der Altstadt. Sie ist eine Einrichtung des Frankfurter Verbandes und wird von Klaus Baumgarten geleitet.
Das Haus, ein Teil des ehemaligen Antoniterklosters, blickt auf eine gewisse Tradition der Seniorenarbeit zurück. Bereits seit 45 Jahren befinden sich in den Räumlichkeiten Clubs für ältere Bürger.

 

Die derzeitigen Angebote des Begegnungszentrums umfassen den Bolongaroclub, Gedächtnistraining, das Freitagscafé, die Walkinggruppe "Mitgehen am Mittwoch", einen Kreativkurs und gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge.

 

Am 21.3.2000 ist unter dem Dach des Begegnungszentrums das Internetcafé "Mouseclick" eröffnet worden. Das Internetcafé will für Menschen ab 50 Möglichkeiten schaffen, PC und das Medium Internet kennen zu lernen und Wissen zu vertiefen. Dies geschieht, indem wir voneinander und ohne Leistungsdruck lernen und berücksichtigen, dass man im Alter anders als die jüngere Generation lernt. Damit dies gelingt, engagiert sich ein Team von ca. zwanzig ehrenamtlichen "PC-Begleiterinnen und -begleitern".

 

Etwas Geschichte rund um das Haus des Begegnungszentrums:

Das Gebäude des Begegnungszentrums war einst Teil eines Antoniterklosters. Der Antoniterorden hatte sich von alters her der Krankenpflege verschrieben und bewohnte das Kloster fast vier Jahrhunderte lang, von Mitte des fünfzehnten bis Anfang des neunzehnten Jahrhunderts.

 

Die Antoniter in Höchst erhielten das Kloster, das vorher von Benediktinern bewohnt wurde, im Jahr 1441. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten die Antoniter in einem Kloster bei Hanau und wollten nach Frankfurt umsiedeln. In der heutigen Töngesgasse besaßen sie bereits einen großen Wirtschaftshof (die Töngesgasse wurde nach ihnen benannt).

 

Das Kloster in Höchst gehörte zum reichen Kloster St. Alban in Mainz. Der Mainzer Erzbischof und der Präzeptor der Antoniter handelten einen Vertrag aus, der den Antonitern das ehemalige Benediktinerkloster zuschrieb: Die Antoniter stellten Pfarrer, Lehrer und vor allem eine für diese Zeit ungewöhnliche Einrichtung, ein Krankenhaus für Höchst. Zu dem Kloster erwarben die Antoniter ein Hofgut in Höchst und weitere Liegenschaften in Zeilsheim und im heutigen Höchster Stadtpark. Von 1442 bis 1464 vergrößerten die Ordensleute die Höchster Justinuskirche, was große Summen an Geld verschlang. Der teure Neubau von Kloster und Hospital dauerte bis in das Jahr 1518.

 

Im 16. Jahrhundert hatten die Klosterneubauten den Orden arm gemacht, und die Justinuskirche und deren Anbauten stellten sich schon bald als baufällig heraus. Sie konnten nur provisorisch repariert werden. Hinzu kam noch der für sie unglückliche Umstand, dass Martin Luther und der amtierende Papst ihre Finanzen noch mehr schmälerten. Luther gewann eine große Anhängerschaft auch aus den Reihen der Antoniter, und der Papst kassierte Erlöse der Ordensgemeinschaft selbst ein. Die Antoniter behalfen sich, indem sie einigen Besitz verkauften, was ihnen nur kurze Zeit finanziell Erleichterung verschaffte. Sodann nahmen sie im Hospital keine Kranken mehr auf, um das abzuschaffen, was nur Arbeit und Kosten verursachte, und lebten vom bestehenden Kapital. Der letzte Kranke verweilte im Kloster bis zum Jahr 1534. Die Zahl der Klosterherren verringerte sich zusehends, auch durch die immer wieder auftretende Pest.

 

Um das Jahr 1600 wurde das Krankenhaus, damit es wieder Finanzen einbrachte, in eine Art Altersruhesitz umgewandelt, wo betuchte Senioren eine stattliche Summe abgeben mussten, um dort einen schönen Lebensabend zu verbringen. Aus diesen Einnahmen konnte ein neuer Klosterbau errichtet werden. Im Jahr 1616 trennten sich die Antoniter vom Gesamtorden.

 

Spannungen zwischen Kloster und Bürgerschaft durchzogen große Teile des 17. Jahrhunderts. Die alljährlich stattfindende Begehung der Gemarkungsgrenzen seitens des Bürgermeisters und der Bürger von Höchst führten durch Gebiete und an Grenzen des Klosters entlang, was dem damaligen Präzeptor des Klosterordens nicht zusagte. Zudem ärgerten sich die Bürger über die Vereinnahmung des Schulhauses für den Klosterbetrieb und darüber, dass die Klosterherren Friedhofsmauer und andere Bauten nicht instand setzten. Ende des 17. Jahrhunderts führte Mißwirtschaft im Kloster dazu, dass das Kloster unter Zwangsverwaltung durch den Ortspfarrer gestellt wurde.

 

1723 verkauften die Antoniter ihren Wirtschaftshof an die Kapuziner, wodurch sie nach langer schuldenreicher Zeit endlich wieder zu Geld kamen. Justinuskirche und Kloster wurden wieder in Schuss gebracht, und Pfarr- und Schuldienst besser versorgt. Auch Wohnräume, die dem Kloster angehörten, wurden behaglicher eingerichtet und modernisiert. Achtzig Jahre lang konnten sie von diesem Aufschwung zehren.

 

Während der Zeit der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, eroberten die Franzosen Mainz und ein französischer General besetzte am 21. Oktober 1792 das Antoniterkloster in Höchst, worauf für Höchst zwanzig Jahre Krieg folgten. Am 2. November 1813 verließen die französischen Besatzer Höchst wieder.

 

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten im Kloster nur noch drei Antoniter. Am 18. Januar 1803 wurde das Kloster vom damals herrschenden Herzog aufgehoben. Das Höchster Antoniterkloster war das letzte seines Ordens weltweit, das nun säkularisiert wurde. Zu dieser Zeit war dort noch immer ein großes Vermögen vorhanden. 1809 wurden die Klostergebäude an Privatleute verkauft.

 

Soweit sie heute noch vorhanden sind, bestehen sie noch im größtenteils ursprünglichen Zustand, denn sie wurden kaum renoviert.

(Quelle: "Höchst erstaunliche Geschichte" von Wolfgang Metternich, herausgegeben im Verlag Waldemar Kramer, 1994)